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My Works

Mensch Meier oder das Glücksrad, Paul Pörtner
                            گردونه‌ی بخت، پائول پورتنر، اریش، تهران 1397

گردونه‌ی بخت

1397
Der Wunderkasten, Rafik Schami
                            شهر فرنگ، رفیق شامی، اریش، تهران 1394

شهر فرنگ

1394
Drei Leben von Antigone, Slavoj Zizek Slavoj Žižek
                            زندگی سه باره‌ی آنتیگونه، اسلاوی ژیژک، اریش، تهران 1400

زندگی سه باره‌ی آنتیگونه

1400
Lenchens Geheimnis, Michael Ende
                            راز هلوچه، میشائیل انده، اریش، تهران 1399

راز هلوچه

1399
Bobo und Susu, Rafik Schami
                            بوبو و سوسو، رفیق شامی، اریش، تهران 1395

بوبو و سوسو

1395
مقدمه بر اظهارنامه‌ها، ماکس فریش،

مقدمه بر اظهارنامه‌ها، ماکس فریش

1396
Die Antigone des Sophokles, Bertolt Brecht
                            آنتیگونه سوفوکلس، برتولت برشت، شبخیز، تهران 1401

آنتیگونه سوفوکلس

1401
اهمیت مایر بودن

اهمیت مایر بودن

2017
تاناتوس

تاناتوس

2021
ازدواج آقای می سی سی پی

ازدواج آقای می سی سی پی

2019
افسانه آه

افسانه آه

2013
داستان خرس‌های پاندا

داستان خرس‌های پاندا

2012
حکایت الکتریک عاشق

حکایت الکتریک عاشق

2004

Paul Pörtner, Mensch Meier oder das Glücksrad

Persisch: Gardūne-ye Bakht (گردونه‌ی بخت), Erisch, Teheran 1397 [2018/19]

Ich halte Mensch Meier für eines der besten – und zugleich am meisten unterschätzten – Dramen deutscher Sprache. Hinter der spielerischen und bisweilen absurden Oberfläche des Stückes steht für mich eine erstaunlich scharfe Diagnose: Pörtner macht die Intransparenz jener ökonomischen und gesellschaftlichen Mechanismen sichtbar, denen der Einzelne ausgeliefert ist, ohne sie wirklich durchschauen zu können.

Gerade vor dem Hintergrund der iranischen Ökonomie und ihrer Erfahrung internationaler wirtschaftlicher Isolation erschien mir diese Konstellation von besonderer Aktualität. Ich habe das Stück übersetzt, weil ich glaube, dass es zu den Aufgaben der Kunst gehört, das Unbehagen ihrer Zeit zur Sprache zu bringen.

Bei der Übersetzung habe ich mir bewusst große Freiheiten genommen. Pörtners Sprach- und Wortspiele lassen sich vielfach nicht einfach ins Persische übertragen. Statt sie wörtlich zu übersetzen, habe ich versucht, sie im Persischen neu zu erfinden – in der Hoffnung, nicht ihren Wortlaut, sondern ihre Wirkung zu übersetzen.

Rafik Schami, Der Wunderkasten

Persisch: Šahr-e Farang (شهر فرنگ), Erisch, Teheran 1394 [2015/16]

Mit diesem Buch verbindet mich eine persönliche Geschichte. Rafik Schami, dessen Werk ich sehr schätze, hat mir Der Wunderkasten persönlich geschenkt und mir die Erlaubnis gegeben, ihn ins Persische zu übersetzen.

Was auf deutschsprachige Leserinnen und Leser stellenweise vielleicht „orientalisierend" wirken mag, begegnet einem persischsprachigen Publikum aus einer anderen Perspektive: Vieles erscheint hier nicht als exotische Kulisse, sondern als Spiegel einer durchaus lebendigen und vertrauten Erfahrung. Gerade dieser Wechsel des Blickwinkels hat mich an der Übersetzung besonders gereizt.

Einige der wunderschönen Illustrationen der Originalausgabe sind allerdings der Buchzensur im Iran zum Opfer gefallen – darunter die zärtliche Szene, in der Sami Leila auf die Wange küsst. Doch vielleicht erzählt selbst dieses Schicksal etwas über das Buch. Denn darum geht es im Wunderkasten immer wieder: Erzählen ist eine Interaktion mit dem Leser. Eine Geschichte muss auf ihrem Weg manchmal ihre Gestalt verändern, sich den Umständen anpassen und Umwege nehmen – und dringt dennoch durch.

Slavoj Žižek, Drei Leben von Antigone

Persisch: Zendegi-ye se-bāre-ye Antigone (زندگی سه باره‌ی آنتیگونه), Erisch, Teheran 1400 [2021/22]

Als Student der Philosophie und des Theaters war Žižeks Antigone für mich beinahe zwangsläufig „genau mein Ding". Auch sprachlich habe ich bei dieser Übersetzung einiges gewagt: Das Persische ist bewusst leicht archaisiert und stark stilisiert, um dem besonderen Charakter des Textes und seiner Nähe zur Tragödie eine eigene sprachliche Gestalt zu geben.

Besonders froh – und, das gestehe ich, auch ein wenig stolz – bin ich jedoch auf das ausführliche Vorwort, das ich für diesen Band geschrieben habe. Auf etwa achtzig Seiten zeichne ich dort die Tradition der philosophischen Deutungen der Antigone nach: von Hegel und Lacan bis zu Judith Butler und Luce Irigaray. Zugleich habe ich versucht, Žižeks bisweilen hermetische und kryptische Argumentation in seinem eigenen Vorwort zu entschlüsseln und für die persischsprachige Leserschaft in einen größeren philosophischen Zusammenhang einzuordnen.

Der Ehrlichkeit halber kann ich also gestehen: Vielleicht habe ich dieses Buch vor allem deshalb übersetzt, um meine ausführliche Einleitung zur Antigone schreiben und den Leserinnen und Lesern vorlegen zu können. Žižek hat mir dafür den denkbar besten Anlass gegeben.

Michael Ende, Lenchens Geheimnis und andere Geschichten

Persisch: Rāz-e Holūče (راز هلوچه), Erisch, Teheran 1399 [2020/21]

Kindergeschichten sind meine Leidenschaft. Die Geschichten dieses Bandes habe ich sorgfältig aus Michael Endes Werk ausgewählt – wobei die Bezeichnung „Kindergeschichten" vielleicht ein wenig irreführend ist. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sie bisweilen die kindliche Seele mancher Erwachsener stärker ansprechen als jene, die lediglich ihres Alters wegen als Kinder gelten.

Endes Figuren und Abenteuer bewohnen eine Welt des Zaubers, des Traums und einer kindlichen Unschuld, die sich der vermeintlichen Vernünftigkeit der Erwachsenen nicht ganz unterwerfen will. Mein eigentlicher Antrieb für diese Übersetzung war der Wunsch, etwas aus dieser Welt weiterzugeben: an Kinder – und ebenso an die erwachsenen Kinder, meine Seelenverwandten.

Die schönen Illustrationen des Bandes stammen von meiner geschätzten Kollegin Pegah Sobhi.

Rafik Schami, Bobo und Susu

Persisch: Bobo va Susu (بوبو و سوسو), Erisch, Teheran 1395 [2016/17]

Die ungewöhnliche Freundschaft zwischen Bobo, dem Elefanten, und Susu, der Maus, ist für mich ein kleines Wunder an Einfachheit und Tiefe. Weil Bobo nicht streitsüchtig ist, wird er von seiner Herde nicht als einer der Ihren anerkannt und zum Einzelgänger. Bis er Susu begegnet – einer kleinen Maus, die ihm von ihren Reisen durch die große Welt erzählt.

Es gehört zu den besonderen Fähigkeiten des von mir sehr verehrten Rafik Schami, mit scheinbar einfachen Geschichten von Freundschaft, Anderssein und Zugehörigkeit zu erzählen, ohne ihnen ihre Leichtigkeit zu nehmen.

Vielleicht gelingt es mir irgendwann, selbst eine so schöne Geschichte zu schreiben. Bis dahin begnüge ich mich gern damit, diese und andere Geschichten, die ich liebe, in eine andere Sprache zu tragen.

Mit Dankbarkeit an Rafik Schami – und an Pegah Sobhi, die auch dieses Buch so schön illustriert hat.

Max Frisch, Fragebogen

Persisch: Eẓhārnāme-hā (اظهارنامه‌ها), Übersetzung: Anoush Azizi, Erisch, Teheran 1396 [2017/18] – Einleitung zur persischen Ausgabe

Dieses Buch wurde von Anoush Azizi kunstfertig ins Persische übersetzt. Ich hatte die Ehre und Freude, für die persische Ausgabe eine Einleitung zu schreiben.

Max Frischs legendäre Sammlung von Fragebogen zu existenziellen Themen wie Freundschaft, Ehe, Heimat, Hoffnung, Humor oder Tod hält dem ehrlichen Leser einen Spiegel vor: Die scheinbar einfachen Fragen verwandeln sich unversehens in Fragen an das eigene Leben. Zugleich bieten sie einen ungewöhnlichen Blickwinkel, aus dem sich etwas vom inneren Leben Max Frischs und von den großen Themen seines Denkens erkennen lässt.

Ich bin Anoush sehr dankbar, dass er mir die Gelegenheit gegeben hat, zu diesem schönen Buch etwas beitragen zu dürfen.

Bertolt Brecht, Die Antigone des Sophokles. Nach der Hölderlinschen Übertragung für die Bühne bearbeitet

Persisch: Antigone-ye Sophokles (آنتیگونه سوفوکلس), Shabkhiz, Teheran 1401 [2022/23]

Nach der Mahsa-Revolution im Iran 2022 war Antigone auch politisch ein Gebot der Zeit. Meine Arbeit an Brechts Bearbeitung hatte allerdings schon lange vorher begonnen. Die persische Ausgabe vereint zwei eng miteinander verbundene Texte: Brechts Antigone und das gemeinsam mit Caspar Neher aus der Bühnenerfahrung entwickelte Antigonemodell. In meinem Vorwort habe ich sowohl Brechts sprachliche Operation an Hölderlins Sophokles-Übersetzung – unter Rückgriff auf das altgriechische Original – als auch seinen ideologischen Eingriff in die Welt der Tragödie untersucht.

Für Theaterstudierende ist dieses Experiment meines Erachtens ein Muss. Wie Brecht den antiken Stoff entmythisiert und politisiert und mit den Mitteln seines epischen Theaters die Gewichte innerhalb des Dramas neu verteilt, macht seine Antigone zu einem klassischen Fallbeispiel dafür, wie Übersetzung, Bearbeitung und Inszenierung gemeinsam einen alten Text neu lesbar machen können.

Für mich eröffnete die glückliche Fügung von philologischer Arbeit und „Gebot der Zeit" zugleich den Raum für ein weiteres sprachliches Experiment. Ich habe versucht, Brechts Stil im Persischen nachzubilden und seine gereimten Verse wiederum gereimt und metrisch zu übertragen. Dabei war es mir besonders wichtig, die stilistische Differenz zwischen Brechts und Hölderlins Sprache auch im Persischen hörbar zu machen.

Die eigentliche Herausforderung bestand für mich darin, ein Gleichgewicht zwischen Dichten und Übersetzen zu finden: dem Text treu zu bleiben, ohne ihm im Persischen die poetische Kraft zu nehmen, die ihn überhaupt erst zum Theatertext macht.